Ganz vorsichtig streckte Madlin (12), eine Jesidin aus dem Irak, die Hand aus, um die große Mischlingshündin Finja zu berühren. Zumindest fast. Denn die Scheu war doch recht groß. Aber vom jüngsten Mitglied im Verein, der siebenjährigen Mia, wurde ihr gezeigt, wie artig Finja an der Leine lief.

Madlin, die seit fast drei Jahren in Deutschland lebt, war es neu, dass man Hunde mit Lecker oder Spielzeug belohnt, um sie zur Mitarbeit zu überreden. Im Irak hatte ihre Familie selbst einen großen schwarzen Hund, der aber weder gefüttert noch besonders beachtet wurde.

Veronika Brückner weiß um die Angst vieler ihrer Schützlinge vor Hunden. Denn die Deutschlehrerin unterrichtet an der Gesamtschule Kevelaer-Weeze die Flüchtlingsklasse. Sie weiß, dass die Jungen und Mädchen erst einmal behutsam mit den Sitten und Gebräuchen ihrer neuen Heimat Niederrhein vertraut werden müssen. Und mit der Tatsache, dass in Deutschland Haustiere Familienmitglieder sind und ganz anders behandelt werden, als in den Heimatländern der Flüchtlingskinder.

So nahm sie mit einigen Kindern die Einladung des Hundesportvereins GHSV Weeze gerne an, doch einmal einen unbeschwerten Nachmittag bei uns auf dem Hundeplatz zu verbringen und Einblicke ins Training zu bekommen. Hier waren die Kinder bestens aufgehoben. Die sportlichen Vereinsmitglieder kümmerten sich um die neuen Gäste.

Mit ihrem Vater stand auch die 12-jährige Roghaye  aus Afghanistan ebenfalls auf dem Hundeplatz und brauchte ihre Zeit, um sich an die Minibullterrierhündin Hilde heranzuwagen.

Ebenso der 15-jährige Syrier Kriss aus Aleppo, die 14-jährige Naya aus Syrien und ihr Bruder Joud. Sie lebten in Damaskus und sind erst drei Monate in Deutschland.

„Es war sehr schön, dass die Kinder den Hund einmal aus einer anderen Sicht, nämlich als Sportpartner und echten Teamkollegen hier beim GHSV Weeze kennen lernen durften“, freute sich Veronika Brückner.

Eins scheint sicher: Es war wohl nicht der letzte Besuch bei den Weezer Hundesportlern.